Montag, 11. September 2023

4. Tag (11.09.2023) aha Thakadu River Camp, Madikwe Game Reserve

Der zweite Tag im Madikwe Game Reserve - ein kompletter 'Verwöhntag' mit zwei geplanten Gamedrives vormittags und nachmittags. Die Erwartungen sind entsprechend groß.

Wir sind noch einmal zu der Löwen-Sichtungsstelle vom Nachmittag zuvor gefahren, dort waren aber die Mädels inzwischen aufgebrochen  - wahrscheinlich zum Trinken. Dafür hatte das Rudel ein neues Opfer, eine kleine Giraffe geschlagen. Das vollgefressene Männchen lag direkt neben den Resten und rollte sich fotogen auf den Rücken. Der Bruder lag unter dem Busch nebenan:





Aber auch die weiteren Sichtungen des Tages konnten sich sehen lassen. Ein paar Beispiele: 






Der beste Tagespunkt bisher lag allerdings zwischen den beiden Gamedrives. Die Lodge verfügt über einen kleinen Pool an der Terrasse. Die Erfrischung war ja schon schön genug, aber als sich dann langsam ein Elefant mit einem Jungtier immer weiter näherten und direkt aus dem Pool beobachtet werden konnte, war sensationell, Schwimmen mit Blick auf Elefanten! Es kam übrigens auch ein Affe an den Pool um ein anscheinend erbeutetes Stück Brot einzuweichen.

 


 
Aber auch die weiteren Sichtungen des Tages konnten sich sehen lassen. Schon wieder viele Elefanten, dazu Zebras, Giraffen, diverse Antilopen, schon wieder zwei kleine Nashorn-Familien und zum Abschluss dann ein großer Elefantenbulle direkt vor dem rotgelb leuchtenden Sonnenuntergang.


Sonntag, 10. September 2023

3. Tag (10.09.2023) aha Thakadu River Camp, Madikwe Game Reserve

Den Morgen des dritten Tages starteten wir mit einem weiteren organisierten Gamedrive durch den Pilanesberg Nationalpark. Zu sehen gibt es die inzwischen schon 'üblichen Verdächtigen' wie Giraffen, Affen, Kudus und erfreulicherweise sogar wieder mehrere Nashörner, allerdings aus größerer Entfernung als gestern. 

Nach der Rückkehr zur Lodge haben wir noch in Ruhe gefrühstückt, dann die bereits gepackten Koffer eingeladen. Für uns hieß es erstmals 'Urlaubs-Packen'. Wir haben es uns angewöhnt, möglichst nicht in jeder Unterkunft das komplette Gepäck aus- und wieder einräumen zu müssen, sondern jeweils für die nächsten ein bis drei Tage eine kleinere leichte Tasche zusammenzusuchen und die großen Koffer dann auf der Ladefläche im Wagen zu lassen. In der Regel steht das Auto ja sowieso in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Unterkunft. 

Nach der gelungenen Einstimmung in der vergleichsweise riesigen Kwa Maritane Lodge erwartet und heute das absolute Kontrastprogramm. Es geht ins keine 150 Kilometer entfernte Madikwe Game Reserve. Game Reserve sind privat betriebene Landschafts- und Wildparks, teilweise ebenso groß wie die staatlichen Nationalparks, aber eben unter privater Verwaltung und auf privatem Grundbesitz. Die große Mehrzahl der PGR sind ausdrücklich auf Tourismus im hochpreisigen bis luxuriösem Segment ausgerichtet. Zeltplätze sucht man meist vergebens. Statt dessen bieten die Lodges nicht selten sogar eigene Flugfelder für die komfortable Anreise. Die äußerst luxuriösen Lodges sind in der Regel nur mit Vollpension Plus zu buchen und kosten pro Person und Tag 500 bis 2.000 Euro. Das Plus zu Frühstück, Lunch und Diner sind fast immer zwei im Preis inbegriffene Game-Drives (Pirschfahrten) jeweils morgens und am späten Nachmittag. Eine Erkundung mit dem eigenen Fahrzeug ist dagegen meist nicht erlaubt.

Nachdem alles verstaut ist; fahren wir los. Wir werden auch im Madikwe Game Reserve Vollverpflegung genießen können, so dass wir uns nicht um Lebensmittel kümmern müssen, wollen aber möglichst früh dort ankommen, um noch etwas unternehmen zu können. 


Das Madikwe Game Reserve wirbt damit, das fünftgrößte PGR Südafrikas zu sein und gilt noch immer etwas als Geheimtipp, da es duch seine Lage an der Grenze zu Botswana immerhin ca. 4 Stunden vom Ballungsraum Johannesburg-Pretoria und den Haupt-Touristenrouten entfernt. Madikwe ist 68.000 Hektar groß und war noch bis Ende der 80er Farmland. 1991 wurde das Reservat durch Zusammenschluss privater Farmen und lokaler Communities gegründet. Die trennenden Zäune und verstreute Bebauung wurden entfernt und eine Vielzahl von Tieren oft aus dem benachbarten Botswana und aus Namibia eingeführt.
Statt von den weitgehend ertragsarmen Rinderfarmen leben inzwischen viele Gemeinden in der Umgebung von den Konzessionsgebühren der Lodges und Beschäftigungsmöglichkeiten im Park. Das Savannen- und Buschland, unterbrochen von einzelnen Inselbergen, erinnert teilweise an die nördlich angrenzende Kalahari. Heute leben im Gebiet des Madikwe PGR etwa 12.000 Tiere, darunter sämtliche Großwildarten einschließlich der  Big Five sowie über 350 Vogelarten.


Unsere Lodge bewegt sich preislich am unteren Ende der PGR-Unterkünfte aber am oberen unseres Budgets, nennt sich

und liegt im Flusswald des Marico Rivers am südöstlichen Rand des Parks. Sie verfügt über nur 12 geräumige und stilvoll eingerichtete Safari-Zelte mit Blick über die Flusslandschaft. Zum Gemeinschaftsbereich gehört eine offene Lounge, der Essbereich ("Lapa"), eine Bar und ein Außenpool.

Ankunft

Die Ankunft hätte sich nicht spektakulärer gestalten können. Wenige hundert Meter vor der Lodge mussten wir kräftig in die Eisen steigen und erst einmal den Königen des Busches die Vorfahrt lassen. Nicht die Löwen, die Elefanten sind die absoluten Herrscher, denen auch jeder noch so mutige Löwe sofort Platz macht. Platz machen mussten diesmal wir: Eine Herde von etwa 15 Tieren kam gerade den Weg von dem Teich unterhalb der Lodge uns entgegegen. Sie waren alle nass, hatten also wohl getrunken und gebadet und marschierten gemächlich auf uns zu. Nachdem wir ein paar Meter zurückgesetzt hatten, bog die Gruppe zur Seite ab und posierte für diverse Fotos. 





Erst danach wagten wir uns langsam in ca. 15 Meter Abstand hinter der Gruppe entlang Richtung Lodge.

Dort wurden wir mit warem feuchten Handtüchern, einem Begrüßungsdrink und dann einem kleinen Mittagsimbiss empfangen, während unserre Taschen zu den Zeltbungalows gebracht wurden. Diese Luxus-Elemente sind wir absolut nicht gewohnt.

Eine gute Stunde später startete dann schon der Nachmittags-Game-Drive in das Gelände des Madikwe Game Reserves. Ob es Glück, war, die Erfahrung unseres Fahrers oder die guten Funkkontakte der Fahrer untereinander, die Sichtungen waren jedenfalls toll. Hier ein paar Beispiele der Foto-Ausbeute an Sichtungen: 










Bei bestem Nachmittagslicht steuerten wir gegen Ende der Tour als Highlight eine Gruppe von sechs Löwen an, die es sich im Schatten unter einem großen Baum gemütlich gemacht. Durch die Funkverbindung der verschiedenen Gamedrive-Fahrer wurden wir mehr oder weniger direkt zu der Gruppe gefahren. Es stehen nach den internen Regeln aber immer nur maximal drei Fahrzeuge bei einer solchen Gruppe. Für uns jedenfalls ein tolles Erlebnis mit herrlichen Fotomöglichkeiten.

 

Nach Rückkehr schon wieder die Handtücher (seeehr angenehm gegen den Staub und die trockene Luft) und dann ging es direkt zum Abendessen. Das Niveau auch hier: 1 mit Sternchen. Besonders das gegrillte Rinderfilet war sensationell.

Und jetz: ab ins Bett, morgen um 5:30 Uhr ist Wecken, um 6 geht es wieder zur nächsten Fahrt los.  







Samstag, 9. September 2023

2. Tag (09.09.2023) Kwa Maritane Bush Lodge, Pilanesberg NP



Die Kwa Maritane Bush Lodge ist also nun seit gestern für zwei Nächte unser 'Zuhause', Heute gibt es nach dem Frühstück kein Packen, sondern es heißt einfach Losfahren. Unsere Unterkunft liegt im Südosten Rand des Parks, so dass wir mit der Sonne im Rücken Richtung Parkmitte aufbrechen.
Man kann auf der Karte gut sehen, dass der Park - mehr oder weniger - kreisrund mit einem Duchmesser von ca. 25 Kilometern. Die Außengrenze  des Parks entspricht dabei in etwas dem Kraterrand des Vulkans, der diese Landschaft geformt hat.
Zum Vergleichen. Vom Mittelpunkt Wiesbaden gemessen umfasst der Park die Fläche bis Bingen (Ost), Bad Camberg (Nord), Frankfurt Niederrad (West) und fast bis Alzey (Süd)!  Genug Platz für jede Menge Tiere.

Wir starten nach dem Frühstück um 8 Uhr morgens direkt in den Park. Der Tag begann dann aber erst einmal recht lahm, d.h. die Fahrt in die Parkmitte zeigte ein paar Zebras, Impalas, einen imposanten Kudu-Bullen und ein paar Vögel. 



Aber dann: erst einmal diverse Giraffen und dann direkt neben der Straße eine faule Nashorn-Mutter mit einem super aktiven Nashorn-Teenie, der eifrig um sie herumtollte.





Zurück in der Lodge: Elefanten am Hide (der verborgene Aussichtspunkt mit unterirdischen Zugang). Man sitzt, schaut aus dem offenen ‚Fenster‘ und die Elefanten liefern das Programm.





Um 16:00 Uhr startet dann die im Preis enthaltene organisierte Safari-Fahrt. Eine ereignislose Anfahrt, und dann noch einmal Giraffen und Impalas, mehrere Elefanten, ein Nashorn mit Kleinem und las Highlight zum Abschluss noch ein großer männlicher Löwe direkt neben der Straße! Zugegebenermaßen war allerdings der Löwe nicht gerade ein Exklusiverlebnis. Da die einzelnen Game-Drive-Fahrer untereinander in Funkkontakt stehen, sammelten sich bei dem Löwen letztlich acht Fahrzeugen, an denen er dann aber völlig entspannt in vier Meter Abstand gemächlich entlangschlenderte.




Die Abendfahrt wurde dann zur Nachtfahrt (ab 19:00 Uhr ist es finster) und endete nach einer Stunde rumpliger Fahrt an einem großen Boma im Busch. Afrikanische Musik von einer sehr engagierten und stimmungsvollen Band, dazu ein großes Feuer und ein riesiges vielseitiges Grillbuffet runden den Tag ab. Zwei Stunden später und nach kurzer Fahrt zurück zur Lodge haben wir den Abend dann möglichst schnell beendet. Duschen, Packen und ab in die Federn, da wir frühmorgens um 6 zur nächsten Fahrt starten wollen.



Freitag, 8. September 2023

1. Tag (08.09.2023) Kwa Maritane Bush Lodge, Pilanesberg NP

8:35 Uhr, Landung !!

Das hat ja erfreulich gut geklappt. Und auch schlafen konten wir einigermaßen. Die Maschine war zu 2/3 gefüllt, so das man teilweise auch den Nachbarsitz für die ausgestreckten Beine nutzen konnte. Wir hatten sechs Plätze für Vier!

Danach: Koffer (alle da!) , Sicherheits-Check (alle durften einreisen!) und dann hat uns Andronica Campher (super Name!) von unserer Reiseagentur in Empfang genommen und bei den nächsten Schrtten ein bisschen unterstützt: Telefonkarte (Konni hat nun eine südafrikanische SIM-Karte und Nummer) und Geldautomat (nur Bares ist Wahres). 

Nächster Schritt: der Mietwagen.

Mietwagenübernahme EuropCar

Ein fast neuer großer Toyota Hilux, mit 6.500 Kilometern auf dem Tacho, Automatik statt Schaltung, alles einwandfrei. 

Start

Anders als in Namibia, ist Südafrika deutlich dichter besiedelt, was wir vor allem auf den ersten Kilometern nach dem Flughafen Johannesburg sehen. Es geht im Grundsatz vom Flughafen auf der ersten Etappe über die R21 nach Norden gleich raus aus Johannesburg. Ziel ist erst mal die 25 km entfernte Irene Village Mall.

Einkaufen und Frühstück unterwegs

Das Linksfahren erweist sich schnell als weitgehend unproblematisch, viele Abbiegevorgänge oder Kreisel sind allerdings auch nicht zu absolvieren. Nach wenigen Kilometern, bevor wir von der gut ausgebauten Regionalstraße auf die Autobahn biegen, ist schon der erste Stop vorgesehen. Wir steuern das (mittel)große Shopping Center bei Irene Village, einem wohlhabenden Vorort zwischen Johannesburg und Pretoria direkt an der Ausfahrt an. Die Mall bietet einen großen bewachten Parkplatz und zwischen den beiden Anker-Shops, einem großen Pick&Pay-Markt sowie diverse kleiner Läden Restaurants, darunter auch Filialen der verschiedene Fast-Food-Ketten (KFC, McDonalds, Ocean Basket, Mugg&Bean). 

Angefangen haben wir dann mit einem Frühstück bei Mugg&Bean: 


 

 


Der Großeinkauf im Pick&Pay hat die komplette Einkaufsliste eingebracht, die dann problemlos im riesigen Kofferraum verschwand. 4 Stunden nach der Landung geht es dann endgültig 'auf die Piste', die hier aber erst einmal eine gut ausgebaute Autobahn sein soll. Tatsächlich sind wir dann erst einmal eine Stunde durch die INnenstadt von Pretoria mehr oder weniger direkt nach Norden gekreuzt. Irgendwann zeigte sich dann zum Glück doch ein Autobahnschild. 
Das heutige Ziel ist der Pilanesberg Nationalpark, knapp 200 Kilometer nordwestlich von Johannesburg:



Der Nationalpark ist beachtliche 55.000 Hektar groß, damit etwa so groß wie der Bodensee und der viertgrößte Park Südafrikas und umfasst im Wesentlichen die Fläche des erloschenen gleichnamigen, 1.300 Millionen Jahre alten Vulkans von gut 25 Kilometer Durchmesser. Die heutige Hügellandschaft unterscheidet sich deutlich von dem umliegenden Flachland.

Mit der Operation 'Genesis', dem zur damaligen Zeit größten Tierumsiedlungsprogramm der Welt, wurde der Park im Jahr 1979 gegründet. Damals wurden über 7.000 Tiere aus anderen Parks hierher umgesiedelt, darunter auch die sog. Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard - siehe das eigene Posting zu den Großen Fünf).

Heute ist der Pilanesberg Nationalpark durch einige Lodges und Camps touristisch erschlossen. Die meisten Besucher kommen dabei als Safari-Tagesausflug aus dem angrnzenden riesigen Vergnügungspark Sun City (dem "Las Vegas Südafrikas"). Dennoch ist der Park wenn überhaupt nur an Ferienwochenenden überlaufen, bietet aber auf einer überschaubaren Fläche eine große Tiervielfalt.



Unsere Unterkunft ist die Kwa Maritane Bush Lodge. im Südosten des Parks. Die Lodge ist nicht ganz unser übliches 'Beuteschema' bei Unterkünften - zu groß und wahrscheinlich auch eher zu edel. Wir hatten aber  - wie berichtet - hier schon 2 x einen Wechsel in der Planung einbauen müssen und diese Lodge ist das "best of" der verschiedenen Alternativen. Ein großer Vorteil: Wir brauchen an den ersten beiden Tagen doch noch keine Selbstverpflegung zu organisieren, sondern haben Frühstück und Abendessen inklusive. Außerdem ist im Preis je Tag ein Game-Drive (="Safari-/ oder Pirsch-Fahrt") enthalten. Hoffentlich lohnt sich dafür der höhere Preis.

Ein weitere wichtiger Grund , der für die Kwa Maritane Lodge spricht, sollte sein, dass wir damit INNERHALB der Parkgrenzen des Pilanesberg National Parks untergebracht sind und morgens gleich ohne Parkeigang und evtl. Schlange zur Safari starten können. Der frühe Vogel fängt hoffentlich den Wurm.
Der erste Eindruck: tolle Lodge, schöne Zimmer und als Zugabe ein paar Zebras auf dem ersten Kilometer zwischen Parkeingang und Lodge sowie beim Bick vom Zimmerbalkon ein Affe im Garten. Zum Abendessen ging es das sehr große, aber architektonisch gelungenen Restaurant mit einer Terrasse mit Landschaftsblick entlang des gesamten Gebäudes. Das Buffet war außerordentlich vielseitig und hochwertig u. a. mit frischem Fisch vom Grill und Roastbeef vom Stück.

Auf den Zimmern gibt es einen TV-Kanal, der ständig live die Webcam des Lodge-eigenen Wasserlochs zeigt. Und dort entdeckten wir dann, dass gerade zwei Nashörner zum Trinken kamen. Über einen langen unterirdischen Verbindungsgang kommt man direkt vom Restaurant zum sog. "Hide", dem versteckten Aussichtspunkt auf Bodenhöhe unmittelbar vor dem Wasserloch. Die beiden Rhinos, Mutter und Kind, haben sich eine ganze Zeit dort aufgehalten und für die – bei Nachtscheinwerferlicht schwierigen – Fotos posiert.